Der konkrete Ablauf einer Lektion im Präsenz-Unterricht

Wir stehen im Kreis, eine kleine Dekoration in der Mitte, denn ein schönes Ambiente ist für uns wichtig. Ich beginne mit einer kleinen Erzäh-lung, einige Denkanstöße. Manchmal beziehe ich mich auf die Geschichte oder die Philosophie des Yogas, oft auf Geschehnisse in der Natur und die damit verbundenen Rituale (Jahres-kreis), und immer häufiger auf die Anatomie, die Gesundheit und die Lage der Frauen. Es ist nichts Kopf-lästiges, sondern nur ein Übergang. Dann verlassen wir die Überlegungen.

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Zu Beginn des Kurses singen wir ein paar OM, nicht weil es sich um den Urklang des Universums handeln soll – diese Behauptung spricht mich nicht an – sondern als schöne und einzigartige Erfahrung. Ich mag es, dass wir zusammen unsere Stimmen sanft erheben. Man muss es erlebt haben, um zu erkennen, wie schön und wohltuend dieser Klangteppich ist.

Manchmal machen wir eine kleine geführte oder stille Sitzmeditation.

 

 

Danach gehen wir in die Rückenlage, strecken uns, gähnen, lassen den Kör-

per machen, was er will. Dies kann

anfangs schwierig sein. Frau fragt sich: - Was könnte ich tun? Warum werde ich nicht geführt? Wir merken, wie gut es sich anfühlt, von der Erde getragen zu werden.

Dann kommt die erste Übung. Eine einfache, sanfte Bewegung, die vom Atem begleitet wird. Die Wahrneh-mung der vier Momente des Atems wird zur Routine: Ausatmen · Atem-leere · Einatmen · Atemfülle.

Die Wortwahl ist präzis, aber ich spre-che auch von Kraftlinien, Kontrast, Großzügigkeit der Bewegung, Ver-wurzelung und Größe, von stolzer Haltung und Mut, oder von loslassen und Weichheit. Es ist schön, wenn in den Gedanken der Frauen Bilder, Farben, Gefühle entstehen.

Neben den üblichen Asanas des Hatha-Yoga, wie der Hund, der Baum, die sitzende Drehung, das Kind, das Kamel usw., praktizieren wir Luna Yoga spezifische Übungen, wie zum Beispiel die Hohepriesterin, die ich besonders mag, weil es eine sehr einfache, aber stolze und edle Pose ist, die die Brust öffnet und uns nach vorne blicken lässt.

Es gehört zur Essenz des Yogas allen zugänglich zu sein, abgesehen von den Asanas, die eine sehr große Flexibilität erfordern. Dank den Variationen sind alle Haltungen für Anfängerinnen und Expertinnen geeignet. Der Baum mag einfach erscheinen, wird aber nie langweilig.

Nach jeder Übung halten wir für ein paar Atemzüge inne, um das Geschehen nachklingen zu lassen.

Am Ende kommt die Endentspannung. Frau freut sich nach der Anstrengung sich hinzulegen und warm zuzudecken. Ich leite die erste Phase und dann genießen wir die Stille, die Leere und die totale Entspannung.

Danach singen wir noch einige OM, und für diejenigen, die noch ein paar Augenblicke bleiben möchten, trinken wir zusammen einen Kräutertee. Das Heissgetränk tut gut, der Austausch auch.

*Ich spreche von Frauen, der Kurs ist aber für alle offen.